Über dieses Hörbuch
Eine alte Moskauer Kinderfrau erzählt von einem Leben, das Revolution und Emigration aus seiner vertrauten Umgebung gerissen haben. Ihre Bindung an die junge Frau, für die sie gesorgt hat, gibt den Reisen durch eine unbekannte Welt Zusammenhang. Ortswechsel beseitigen weder Gewohnheiten noch Erinnerungen und Pflichten, die sie überallhin mitnimmt und weiterhin zu verstehen versucht.
Iwan Schmeljow gestaltet den Roman durch die unverwechselbare gesprochene Stimme der Erzählerin. Praktische Beobachtungen, religiöses Gefühl und Erinnerungen an Zuhause bestimmen ihr Verständnis der Ereignisse. Die große Geschichte der Entwurzelung erscheint durch die Sorgen einer Frau, deren Aufgaben persönlich bleiben, selbst wenn die Umstände sich bis zur Unkenntlichkeit verändert haben.
Das Werk untersucht Fürsorge, Zugehörigkeit und die Bewahrung von Identität im Exil. Seine Form lässt hören, wie jemand Verlust durch die Sprache des Alltags begreift. Persönliche Treue verbindet sich mit der Erfahrung einer Gemeinschaft, die außerhalb des erinnerten Landes leben lernt. Dabei bleibt Vertrautes gegenwärtig, ohne dass sich die frühere Welt einfach wiederherstellen ließe.