Über dieses Hörbuch
Auf der Krim verwandeln Hunger und politische Gewalt den gewöhnlichen Lebenskampf in eine tägliche Begegnung mit Entbehrung. Iwan Schmeljows Erzählung betrachtet Menschen, denen vertraute Stützen genommen worden sind. Die Suche nach Nahrung, Nachrichten und einem Rest Sicherheit findet unter einer Natur statt, die ihre eigenen gleichgültigen Rhythmen fortsetzt und das menschliche Geschehen nicht anhält.
Das Buch verbindet genau beobachtete Einzelheiten mit einer von Trauer und moralischer Dringlichkeit geprägten Stimme. Nachbarn, flüchtige Begegnungen und das Schicksal von Tieren gehören zur selben beschädigten Landschaft. Das Ausmaß der Katastrophe zeigt sich an Körpern, Gewohnheiten und Beziehungen statt in einer distanzierten Zusammenfassung der Ereignisse und ihrer allgemeinen Erklärung.
Das Werk untersucht Leid, Zeugenschaft und das zerbrechliche Fortbestehen menschlicher Anteilnahme im gesellschaftlichen Zusammenbruch. Seine Intensität entsteht aus dem Versuch, einzelne Leben aufmerksam festzuhalten. Hunger und Angst drohen, das Dasein auf unmittelbares Überleben zu reduzieren. Gerade deshalb erhält das Erinnern selbst ein ethisches Gewicht und bewahrt die Besonderheit dessen, was Menschen miteinander verbindet.